Neue Studien: Nichtmedikamentöse Therapien bei ADHS wirken – aber nicht so stark wie Stimulanzien

Viele von uns wünschen sich Alternativen zu Medikamenten. Schließlich ist der Gedanke, das eigene ADHS „ohne Pillen“ zu behandeln, verlockend. Doch zwei neue, umfangreiche Studien zeigen: Stimulanzien bleiben die wirksamste Behandlungsmethode – auch im Erwachsenenalter. Stimulanzien wirken nachweislich am besten Eine große Meta-Analyse, veröffentlicht in The Lancet Psychiatry, wertete 113 Studien mit fast 15.000 Erwachsenen (zwischen 19 und 44 Jahren) aus. Das Ergebnis war eindeutig:➡️ Stimulanzien – also Medikamente wie Methylphenidat (z. B. Ritalin®, Medikinet®) und Amphetamine (z. B. Elvanse®) – reduzierten die ADHS-Symptome deutlich…

Erinnerung an Dr. Thomas E. Brown – ein Pionier im Verständnis von ADHS

Die ADHS-Community hat eine prägende Persönlichkeit verloren: Am 18. August verstarb Dr. Thomas E. Brown im Alter von 83 Jahren. Für viele von uns war er weit mehr als nur ein Wissenschaftler – er war ein einfühlsamer Begleiter, der unser Verständnis von ADHS grundlegend verändert hat. ADHS ist mehr als „Unruhe und Unaufmerksamkeit“ Dr. Brown hat wie kaum ein anderer verdeutlicht, dass ADHS nicht einfach ein „Verhaltensproblem“ ist, sondern eine Störung der sogenannten exekutiven Funktionen – also…

ADHS-Medikamente: Schutzwirkung und Einfluss auf die Gehirnentwicklung

ADHS-Medikamente wirken nicht nur auf Konzentration und Impulsivität – neue Studien zeigen, dass sie auch langfristig schützende Effekte haben. So senken sie nachweislich das Risiko für Selbstverletzungen, Verkehrsunfälle, unabsichtliche Verletzungen sowie für kriminelles oder oppositionelles Verhalten. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass insbesondere eine frühe und konsequente Behandlung mit Methylphenidat die Entwicklung des Frontalhirns bei Kindern mit ADHS positiv beeinflusst. Schutz vor Risiken im Alltag Eine große populationsbasierte Langzeitstudie aus Schweden, veröffentlicht in JAMA Psychiatry, untersuchte…

ADHS – und trotzdem (oder gerade deshalb?) erfolgreich!

Wenn man die Diagnose ADHS erhält – sei es als Kind, Jugendliche*r oder im Erwachsenenalter – fühlt sich das zunächst oft wie eine Einschränkung an. Die Konzentrationsprobleme, die Impulsivität, das Chaos im Kopf, die vergessenen Termine … all das kann belastend sein. Doch es gibt eine andere Seite. Eine kraftvolle, kreative, manchmal unkonventionelle Seite von ADHS, die viele Menschen gerade deshalb auf besondere Wege geführt hat: 🎭 Schauspiel, Bühne & Kreativität

AD(H)S und Übergewicht

Die AD(H)S Rate unter übergewichtigen Menschen ist fünf bis zehnmal höher als in der Allgemeinbevölkerung! Welchen Zusammenhang gibt es zwischen gestörtem Essverhalten und ADHS? Übergewicht ist ein weit verbreitetes Problem vor allem in den USA: Zwei von drei Amerikanern gelten als übergewichtig, fast jeder Dritte als fettleibig. Doch wusstest du, dass übermäßiges Körpergewicht besonders häufig bei Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vorkommt? Aufgrund ihrer Impulsivität und oft unregelmäßigen Essgewohnheiten haben Menschen mit ADHS zudem besondere Schwierigkeiten,…

Exekutive Gehirnfunktionen und AD(H)S

Was versteht man unter exekutiven Funktionen und welche Bedeutung haben sie bei AD(H)S? Was sind exekutive Funktionen?  Exekutive Funktionen sind übergeordnete kognitive Steuerungsprozesse, die es uns ermöglichen, zielgerichtet zu handeln, unser Verhalten zu kontrollieren und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. Sie werden hauptsächlich im sog. präfrontalen Kortex des Gehirns gesteuert.   Zu den wichtigsten exekutiven Funktionen gehören:  1. Arbeitsgedächtnis – Informationen vorübergehend speichern und verarbeiten (z. B. sich eine Telefonnummer merken).  2. Inhibition (Impulskontrolle) – Impulse unterdrücken und…

Wie normal ist Anderssein? Hilft das Konzept der Neurodiversität Menschen mit ADHS?

Jeder Mensch denkt anders – das ist die Grundidee hinter dem Konzept der *Neurodiversität*. Laut Prof. Dr. André Frank Zimpel, Leiter des Zentrums für Neuro-Diversitäts-Forschung an der Universität Hamburg, gleicht kein menschliches Gehirn dem anderen. Diese Vielfalt an Denkweisen ist nicht krankhaft, sondern ein Ausdruck individueller neurobiologischer Unterschiede. In Deutschland leben Millionen von Menschen mit ADHS, Autismus oder anderen neurobiologischen Besonderheiten wie Legasthenie oder Synästhesie. Die Neurodiversitätsbewegung, entstanden aus dem Engagement autistischer Aktivist*innen in den 1990ern, fordert…

ADHS und Autismus Spektrum Störungen

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) häufig gemeinsam auftreten, auch im Erwachsenenalter. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) häufig gemeinsam auftreten, auch im Erwachsenenalter. Frühere Diagnosemanuale wie das DSM-IV schlossen eine gleichzeitige Diagnose beider Störungen aus. Mit der Einführung des DSM-5 und des künftigen ICD-11 ist es nun möglich, beide Diagnosen parallel zu stellen, was die Erkennung und Behandlung von Betroffenen verbessert hat.  Studien zufolge erfüllen etwa…

Häufigkeit von hormonassoziierten Stimmungsbeeinträchtigung bei Frauen mit AD(H)S

Haben Frauen mit ADHS tatsächlich mehr hormonell bedingte Stimmungsstörungen? EDiese Studie aus den Niederlanden von Farangis Dorani und Kollegen/-innen aus dem Jahr 2020 ist die erste Studie, die untersucht, wie häufig Frauen mit ADHS unter bestimmten hormonellen Stimmungsschwankungen leiden. Dazu zählen In dieser Studie wurden 209 Frauen mit ADHS im Alter von 18 bis 71 Jahren untersucht. Sie beantworteten Fragen zu PMDS, PPD und Wechseljahresbeschwerden anhand anerkannter Tests. Zusätzlich wurden Begleiterkrankungen, Medikamenteneinnahme und Schlafmuster analysiert….

AD(H)S bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom

Eine aktuelle Studie untersucht Zusammenhänge zwischen ADHS und prämenstruell dysphorischen Syndrom (PMDS) Hintergrund der Studie:Die Studie untersuchte, wie Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und ADHS bei Frauen mit prämenstruellem dysphorischem Syndrom (PMDS) über den Verlauf des Menstruationszyklus zusammenhängen. Ablauf:Es wurden 58 Frauen mit PMDS und 50 Frauen ohne PMDS untersucht. Zu verschiedenen Phasen des Zyklus (vor dem Eisprung, mittlere und späte Gelbkörperphase) wurden ihre Symptome zu Aufmerksamkeit und Impulsivität mithilfe von standardisierten Fragebögen erfasst. Ergebnisse: Fazit:Frauen mit PMDS…